Émile Durkheims Werk “Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ (frz. Original 1912) zählt zu den wichtigsten Klassikern der Religionssoziologie, Religionsethnologie und der Religionswissenschaft. Durkheim formuliert darin seine bis heute wichtige Theorie der Funktion von Religion als strukturierende, ordnungsgebende Instanz in der Gesellschaft. Durch Religion wird sich die Gesellschaft ihrer selbst bewusst. Dabei stehen einerseits „Glaubensvorstellungen“, andererseits Rituale im Vordergrund.

Für seine Zeit revolutionär, entwickelt Durkheim die Grundmuster von Religion (auch in modernen Gesellschaften) anhand von Berichten über die Aborigines in Australien, die im damals gängigen evolutionistischen Denken als „primitivste“ Gesellschaftsform überhaupt galten. Obwohl selbst Atheist, weist er der Religion eine bleibende Bedeutung für die Gesellschaft zu.

Im Lektüreseminar werden wir das Buch weitgehend am Stück lesen und gemeinsam diskutieren.

Bis zum Ende des Versammlungsverbots wg. Corona werden wir das Seminar rein virtuell durchführen. Bitte melden Sie sich bei Campus-Online und in der E-Learning-Plattform für das Seminar an. Dort geben wir die Details bekannt.

Text: Émile Durkheim: Die elementaren Formen des religiösen Lebens, Übs. L. Schmidts, Berlin: Verlag der Weltreligionen (Suhrkamp), 4. Aufl. 2019, 694 Seiten. (Bitte besorgen Sie sich eine der Auflagen dieser Ausgabe seit 1999; die frühere Ausgabe im Suhrkamp-Verlag hat abweichende Seitenzahlen).

Einführende Literatur:
Hubert Knoblauch: Durkheims ‚Heilige Gesellschaft’ und die Anthropologie der Religion, in: ders.: Religionssoziologie, Berlin u.a. 1999, 58-80.