Die Idee virtueller Realitäten ist kein reines Produkt der (Post-)moderne; Visionen immersiver (virtueller) Welten gehören zu den „Ursprungsmythen“ der Mediengeschichte (Blaskovich 2011). Doch insbesondere in den vergangenen 70 Jahren lebte diese Vision in unterschiedlichen Facetten immer wieder neu auf: Von Sutherlands „Ultimativem Display“ (Sutherland 1965), psychedelischen Imaginationen der Hippie-Bewegung und Mediendystopien des Cyberpunk (Gözen 2012) wurden virtuelle Realitäten lange Zeit kulturgeschichtlich verhandelt, häufig ohne dabei konkrete Entsprechungen in der jeweils aktuellen historischen Realität zu finden. Dieses Seminar macht sich zur Aufgabe kulturgeschichtliche Bezugspunkte virtueller Realitäten zu diskutieren und in einen medientheoretischen Kontext einzuordnen.