Intersektionalität benennt die Verschränkung von unterschiedlichsten Kriterien sozialer Ungleichheit, die in der Regel die Grundlage für Mechanismen der Exklusion und Integration, Privilegierung und Diskriminierung bilden. Klassische Differenzkategorien sind „Klasse“, „Rasse“ und „Geschlecht“. Die Übertragung und Anwendung der Intersektionalitätsanalyse auf frühere Epochen, wie das Mittelalter, stellt eine besondere Herausforderung dar; vor allem deshalb, weil die Tragfähigkeit der Differenzkategorien überhaupt erst noch überprüft werden muss. Wir erhoffen uns als Ergebnis der gemeinsamen Lektüre und Analyse von mittelalterlichen Texten, neue Verständnismöglichkeiten nicht nur für die Repräsentation und Verhandlung sozialer Un/Gleichheit im Mittelalter zu erschließen.

Das Seminar steht allen Studierenden historischer und literaturwissenschaftlicher Fächer offen – Kenntnisse des Lateinischen und älterer Sprachstufen des Deutschen sind hilfreich, aber keine Voraussetzung.