How do globalization processes intersect with, and remake, regional geographies of in Africa, Asia and Latin America? What specific socio-economic and socio-ecological landscapes emerge from this, and how is this shaped by the ecology, politics, power and history? How does globalizing capitalism exactly play out in diverse geographical contexts, and what can the context-based knowledge production that geography has traditionally cultivated contributed to our larger understanding of the world? Based on concrete regional examples and by way of empirical case studies, trends and patterns of uneven spatial development, space-making, and spatial politics are analyzed and put in a global context.



Natürliche Ressourcen und nicht-menschliche Organismen sind die Basis jedweder Form von Wirtschaft. Sie stellen die materiellen und biologischen Grundlagen bereit, die die Produktion von Gütern und Dienstleistungen zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse erlauben. Sowohl die gesellschaftliche Form dieser stofflich-biologischen Transformation, als auch die Qualität der Bedürfnisse sind prinzipiell wandelbar, ein Umstand der im heutigen oft als alternativlos erscheinenden System des Kapitalismus aber oft weit weg erscheint. Die Ausbreitung eben jenes Systems hat über die letzten 500 Jahre zu massiven Natur- und Umweltveränderungen geführt. Dieser Einfluss ist so signifikant, dass Wissenschaftler*innen mittlerweile von einer neuen geologischen Epoche sprechen – dem „Anthropozän“ (Crutzen 2002). Das Anthropozän mit seinen vielfältigen ökologischen und sozialen Herausforderungen erfordert einen radikalen Bruch mit etablierten ökonomischen Denkweisen, Werthaltungen, Zielvorstellungen, Kennziffern, Repräsentationspraktiken, Organisationsformen, Beziehungen und Praktiken. In ihrem Beststeller „Die Donut-Ökonomie: Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“ (2018) geht die britische Ökonomin Kate Raworth diesen Fragen nach und stellt mächtige visuelle und narrative Werkzeuge parat, um zu einer Ökonomie zu gelangen, die im Einklang mit den ökologischen Grenzen des Planeten ist, gleichzeitig aber die gerechte und breitenwirksame Befriedigung (potentiell wandelbarer) menschlicher Bedürfnisse sicherstellt. Im Seminar werden wir dieses Buch gemeinsam lesen und kritisch an einem Bestseller der Wirtschaftsgeographie – „Take Back the Economy: An Ethical Guide for Transforming Our Communities“ (J.K. Gibson-Graham, Jenny Cartoons, Stephen Healy, 2013) – spiegeln. In der dazugehörigen Übung werden wir ein Projekt aus dem WS 2019-2020 fortsetzen: Einen kritischen Atlas zur Ernährung und Landwirtschaft in Raum Bayreuth („Donut-Landwirtschaft“). Dort wird ihre Aufgabe sein, den aktuellen Zustand der Landwirtschaft in Stadt und Kreis Bayreuth durch die Brille des Donuts zu beleuchten und ein entsprechendes Kapitel im Atlas zu verfassen. Sie sollen dazu auch Veranstaltungen mit Praktiker*innen organisieren.

Dieses Seminar kann maximal 14 Teilnehmer*innen aufnehmen. Studierende aus P&E melden sich bitte bei mir zunächst per Email (stefan.ouma@uni-bayreuth.de)

Translokale Vorlesungsreihe: Geographien von Covid-19

Wintersemester 2020/21, Dienstag, 16.15 – 17.45 Uhr

Die Covid-19-Pandemie und die Maßnahmen, die zu ihrer Eindämmung ergriffen wurden, bedeuten eine enorme gesellschaftliche Herausforderung. Damit verbunden sind umfangreiche soziale und räumliche Neuordnungen, deren Ausmaß und Wirkung erst nach und nach deutlich werden. Dies betrifft Naturverhältnisse und Versorgungssysteme ebenso wie Regierungsformen, ökonomische Verflechtungen und sozialräumliche Ungleichheiten. Die Vorlesungsreihe widmet sich den Geographien der Coronakrise anhand unterschiedlicher Fragestellungen: Welche Territorialisierungen und räumliche Strategien spielen bei der Bekämpfung der Pandemie eine Rolle? Welche Effekte haben Praktiken der Eindämmung und der Rekonfiguration von Mobilität? Welche sozial-, sicherheits- und gesundheitspolitischen Bearbeitungsmodi bilden sich in konkreten räumlichen Kontexten heraus, und in welchem Verhältnis stehen sie zu den politischen Antworten auf vorige Krisen? Was können wir aus vergangenen Epidemien vor allem aus Kontexten des sogenannten Globalen Südens lernen?
Um die mit der Pandemie verbundenen Einschränkungen im akademischen Betrieb positiv zu wenden, wird die Vorlesungsreihe in translokaler Zusammenarbeit zwischen den Geographischen Instituten in Bayreuth, Dresden, Jena, Klagenfurt und Münster veranstaltet und richtet sich an die Dozent_ innen, Studierende sowie die interessierte Hochschulöffentlichkeit. Sechs interaktive Vorträge, die an den genannten Instituten über eine Konferenzsoftware gestreamt werden, bieten Einblick in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Geographien von Covid-19.

Weitere Informationen zum Programm und dem digitalen Zugang folgen in Kürze.

Organisation: Julian Stenmanns (Bayreuth), Jan Hutta (Dresden), Simon Runkel (Jena), Matthias Naumann (Klagenfurt), Iris Dzudzek (Münster)

GEO Corona-PlakatAnkündigung.pdfGEO Corona-PlakatAnkündigung.pdf