Das Seminar unternimmt ausgehend von Bertolt Brechts literatur- und theatertheoretischen Texten einen Streifzug durch sein dramatisches Werk. Angefangen von dem wüsten Baal-Drama des 20-jährigen über die Lehrstücke bis hin zu den großen Dramen der Kriegs- und Nachkriegszeit werden unterschiedliche Facetten in Brechts Werk herausgearbeitet und in ihren Kontext gesetzt. Gleichzeitig werden am Beispiel von Brechts Dramen Techniken der Dramenanalyse eingeübt und die grundlegenden Theorien der Verfremdung und des Epischen erarbeitet. Mit dem Übergang zur Brecht-Rezeption legt das Seminar in der Folge einen weiteren Schwerpunkt und hinterfragt Brechts Status als „größte[n] deutsche[n] Dichter des 20. Jahrhunderts“.
Anmeldung bitte bis 14. Oktober per Mail an Dozenten (nico.schmidtner@uni-bayreuth.de).
Teilnahmevoraussetzungen: Zum erfolgreichen Bestehen des Seminars gehören neben der regelmäßigen, aktiven Teilnahme die Übernahme eines Thesenpapiers und die intensive Auseinandersetzung mit den behandelten Werken. 
Textgrundlage: Der Seminarplan wird in der ersten Sitzung verteilt und besprochen. 
Zum Einlesen: Dramentexte: Baal, Trommeln in der Nacht, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Die Dreigroschenoper, Die Maßnahme, Die Mutter, Die Heilige Johanna der Schlachthöfe, Leben des Galilei, Mutter Courage und ihre Kinder, Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui, Der kaukasische Kreidekreis.

Die Vorlesung, die auch als Hauptseminar besucht werden kann (vgl. Nr. 40482/HS), gibt eine Einführung in die deutschsprachige Literatur von 1885 bis in die 1930er Jahre. Im Zentrum stehen die Entwicklungen der Literatur im Kontext von neuen Medien (Film, Radio), Naturwissenschaften, Philosophie, Psychologie und Psychoanalyse, der ‚Ur-Katastrophe‘ des 20. Jahrhunderts, dem Ersten Weltkrieg und der gesellschaftlichen Entwicklung in den 1920er Jahren.

 Zur Einführung empfohlen: Philip Ajouri: Literatur um 1900. Naturalismus - Fin de Siècle – Expressionismus. Berlin 2009; Walter Delabar: Klassische Moderne. Deutschsprachige Literatur 1918-1933. Berlin 2010.


Das Einführungsseminar legt die Fundamente für das Studium des Faches NdL in seinen verschiedenen Arbeitsbereichen und ist deshalb obligatorisch vor Besuch eines thematischen Proseminars zu belegen. Als praktische Komponente des Fachstudiums wird zu entwickeln sein: die „Bücherkunde“ (Umgang mit Primär- und Sekundärliteratur, Hilfsmittel) sowie das Er- und Verarbeiten von Information (Bibliographieren, Zitieren usw.). Die systematische Komponente umfasst Fragen zu Phänomenen wie Literarizität und Poetizität, zu Bereichen wie Rhetorik, Gattungstheorie und -geschichte, sowie zu Konzepten von Autorschaft, Kanon(bildung) und literarischer Wertung. Ziel dabei ist neben der intensiven, in eigenständiger Übung vertieften Aneignung von grundlegendem Fachwissen zugleich die Reflexion von literaturwissenschaftlicher Terminologie und Methodik. 
Als historische Komponenten reflektieren wir die Geschichte der Poetik und Ästhetik, Epochen und ihre Einteilung sowie Konzepte der Literaturgeschichtsschreibung. An exemplarischen Gedichten, Dramen und Erzähltexten werden Konzepte literaturwissenschaftlicher Textanalyse erarbeitet. Zum Seminar wird ein Tutorium als begleitendes Übungsangebot veranstaltet, dessen Besuch nachdrück-lich empfohlen wird. 
Anmeldung via CampusOnline.
Voraussetzungen für das erfolgreiche Bestehen sind neben der regelmäßigen und aktiven Teilnahme sowie der Vorbereitung der Kurslektüre zudem die Übernahme eines Referats, die Erstellung einer Bibliographie sowie das Bestehen zweier Teilklausuren. 
Lektüregrundlage: „Glossar zur Einführung in die NdL“ auf der Homepage des Lehrstuhls, im Kurs ausgegebene Handouts, Materialien in der eLearning-Umgebung, sowie Übungsaufgaben (Tropologie, Metrik, Erzähltechnik etc.).

Ziel des Seminars ist die Vermittlung basaler Kompetenzen (literatur-) wissenschaftlichen Arbeitens. Die Beschäftigung mit ausgewählten Primärtexten und Forschungsliteratur dient als Grundlage für die Einübung und Vertiefung verschiedener Fähigkeiten und Techniken, die u.a. zum Schreiben einer wissenschaftlichen (Haus-)Arbeit notwendig sind, z. B. recherchieren, bibliografieren, argumentieren, analysieren und strukturieren. Thematisch wenden wir uns – wie in dem ergänzenden Methoden-Kurs von Julia Menzel – der Neuen Sachlichkeit zu.

Anmeldung in der ersten Seminarsitzung.


Im Seminar wollen wir uns damit auseinandersetzen, welche literarischen Handlungsfelder Studierenden und in einem weiteren Schritt Schülerinnen und Schülern offen stehen und wie eine kreative Teilhabe durch eigenes literarisches Handeln an diesen ermöglicht werden kann. Theoretische Ausgangspunkte sind dabei die öffentliche Literaturdidaktik und die Creative Writing Studies. Die öffentliche Literaturdidaktik erweitert sich hierbei nicht nur räumlich-institutionell über die Schule hinaus, sondern öffnet sich allen Lebensaltern. Wir werden uns zunächst mit Konzepten und Ideen aus diesem Bereich vertraut machen, um uns dann mit den Methodiken der Creative Writing Studies zu beschäftigen, wie eigenes literarisches Handeln geschehen kann.
Bei einer Exkursion zu öffentlichen Lernorten in Bayreuth soll Anwendung finden, was im Seminar erlernt wurde und Raum für die Präsentation kreativer Zugänge gegeben werden.

Als professionelle Leserinnen und Leser denken wir methodisch fundiert über Literatur nach. Was aber machen wir genau mit den Texten, wenn wir Methoden anwenden? Wie lässt sich ein methodisches Vorgehen entwickeln, das sich nicht bloß als starre Mechanik auf Theorien bezieht und dem Text so eine Methode überstülpt? Im Seminar beschäftigen wir uns mit Grundfragen der Literaturtheorie und den Methoden literaturwissenschaftlichen Arbeitens, indem wir gemeinsam unterschiedliche Methoden thematisieren und mit der Frage verbinden, welche Methodik für welche Textcharakteristika besonders geeignet ist. Unser Anwendungsbereich wird dabei die Neue Sachlichkeit sein, wie auch im Kompetenz-Kurs zum wissenschaftlichen Arbeiten von Friederike Schruhl, dessen parallele Belegung empfohlen wird.

Das Seminar wendet sich an Studierende kurz vor dem Studienabschluss (LA, B.A. und M.A.) und bietet neben der Gelegenheit, die eigene Abschlussarbeit vorzustellen, als Forschungskolloquium zugleich Einblick in die Debatte aktueller Konzepte und Probleme der literaturwissenschaftlichen Theoriebildung.

Für den französischen Philosophen Jean-François Lyotard ist die „Postmoderne“ weder eine Epoche nach der Moderne, noch richtet sie sich schlicht gegen die Moderne. Vielmehr handelt es sich um eine kritische Auseinandersetzung und folgenreiche Verschiebung moderner Axiome. Dieser Spur folgt das Seminar und macht es sich zur Aufgabe, in postmoderne Theorien und postmoderne Literaturen einzuführen. Es ist durch zwei Teile strukturiert: Der erste theoretisch angelegte Teil setzt sich mit Beiträgen etwa von Roland Barthes, Judith Butler, Umberto Eco, Leslie A. Fiedler, Julia Kristeva und Susan Sontag auseinander. Im zweiten Teil werden literarische Texte – insbesondere vor dem Hintergrund der besprochenen theoretischen Perspektiven – analysiert. Vorausgesetzt wird neben der regelmäßigen aktiven Teilnahme ein Interesse an (literatur-)theoretischen Fragestellungen sowie die Bereitschaft zur Lektüre und Diskussion voraussetzungsreicher Texte.

Literarische Imaginationen von Zukunft finden sich nicht nur in science fiction-Romanen. Vorstellungen von Zukunft – Vorhersagen, Hoffnungen, Befürchtungen, Wünsche, Visionen, Versprechen oder Pläne – lassen sich in einer Vielzahl von Texten identifizieren. In dem Seminar werden unterschiedliche Zukunftsmodelle und ihre narrativen Implementierungen anhand ausgewählter Textbeispiele aus dem 19. Jahrhundert, etwa von Annette von Droste-Hülshoff, Theodor Fontane, Adalbert Stifter und Theodor Storm, diskutiert. Außerdem sollen aktuelle futurologische Forschungsarbeiten ausführlich besprochen werden.


In den 1980er-Jahren findet das Verhältnis von Populärkultur und Politik seinen vorläufigen Höhepunkt. Die damaligen Schriften sind stark kulturell geprägt und von gesellschaftlichen Themen wie Fortschritt und Technik beeinflusst. Zudem siedeln zahlreiche Schriftsteller der DDR (z. B. Günter Kunert, Sarah Kirsch) in die BRD über. Daraus entwickelt sich eine Ausgleichstendenz, die zur Trennungsüberwindung von west- und ostdeutscher Literatur beiträgt. Gemeinsam werden wir verschiedene Gedichte und Songtexte der 80er-Jahre diskutieren und uns dem politischen Diskurs annähern. Im Fokus stehen sowohl bekannte Schriftsteller wie Erich Fried, Elke Erb oder Wolfgang Hilbig als auch weniger bekannte Dichter wie Gerhard Falkner. Ziel ist es, die Erfahrung von Geschichte in der lyrischen Produktion zu erarbeiten, literaturhistorisch einzubinden und den ästhetischen Blick der 80er-Jahre zu kategorisieren.