Mit der Inszenierung von Mozarts 'La clemenza di Tito' durch den Theater-Regisseur Jossi Wieler begann vor 24 Jahren an der Staatsoper Stuttgart eine sanfte Revolution der Opernregie. An Stelle großflächiger oder abstrakter Bilder setzten Wieler und sein Dramaturg und Co-Regisseur Sergio Morabito eine textlich und musikalisch bis ins Detail motivierte, direkte und unmittelbare Regiesprache. Auf diese Weise entfalten sich die Opern aus einem unmittelbar nachvollziehbaren „Jetzt und Hier“ zugleich als individuelle wie überzeitliche Dramen der Figuren.
Anhand von fünf ausgewählten Inszenierungen wird die spezifische Inszenierungskunst von Jossi Wieler und Sergio Morabito analysiert. Bei der Exkursion haben wir Gelegenheit, die Ergebnisse der Analysen mit Wieler/Morabito zu besprechen und im Workshop zu erproben.
Bei entsprechendem Interesse kann aus den Analysen eine Publikation entstehen.

Über Literatur lässt sich nur sprechen, wenn zwei dasselbe Buch gelesen haben. Daher hat sich eine Liste als repräsentativ angesehener Texte etabliert, deren Lektüre gebildeten Zeitgenossen empfohlen und bei Studierenden vorausgesetzt wird. Über die Berechtigung einzelner Texte im Kanon, die damit verbundene Oberhoheit der männlichen, (groß)bürgerlichen Stimme über die Literaturen von Frauen und Arbeitern sowie die Kanonwürdigkeit zu Unrecht vergessener Autoren vermag nur zu urteilen, wer den Kanon kennt. Ziel der Vorlesung ist, eine breite Textkenntnis von historischer Tiefe zu vermitteln, die über vier Semester den überwiegenden Teil der obligatorischen Lektüreliste (für die neuere deutsche Literatur) vermittelt Bezüge zu Texten anderer Sprachen und Epochen herstellt. Die Vorlesung kann fakultativ fortlaufend über mehrere Semester besucht, jedoch nur einmal vollumfänglich (mit Klausur) angerechnet werden.

Voraussetzung für die Teilnahme ist die vollständige Lektüre der angegebenen Texte Adalbert Stifter: Der Nachsommer (1857), Elisabeth von Ebner-Eschenbach: Krambambuli (1884) und Die Spitzin (1901), Theodor Storm: Der Schimmelreiter (1888), Wilhelm Raabe: Stopfkuchen (1891), Thomas Mann: Die Buddenbrooks (1901), Franz Wedekind: Frühlings Erwachen (1891), Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910) Heinrich Mann: Der Untertan (1818), Expressionistische Dramatik: Georg Kaiser: Gas (1916/18)/ Walter Hasenclever: Der Sohn (1916), Expressionistische Lyrik: Georg Trakl, Gottfiried Benn, Else Lasker-Schüler.

Serien haben Hochkonjunktur. Nicht nur für Erwachsene, auch für Jugendliche und Erstleser ist das wiederholte Eintauchen in eine aus vorangegangenen Episoden bekannte Welt von besonderem Reiz. Erfolgreiche Serien zu entwickeln, gehört daher zu den wichtigsten und zugleich schwierigsten Aufgaben der Redaktion eines Kinder- und Jugendbuchverlags.
Das Seminar befasst sich mit theoretischen und praktischen Ansätzen zu seriellem Erzählen. Darunter die Diegese, Possible World-Theorie und Immersion. Einleitend wird die Rolle das seriellen Erzählens als genuiner Text-Strategie in der Literaturgeschichte ebenso zu klären versucht, wie die Definition verschiedener Formen. Ausführlich analysieren werden wir anschließend vier Kinder- und Jugendbuchserien und ausgehend von den Ergebnissen in zwei Workshops mit der Redaktion des Loewe-Verlag Bayreuth Ansätze zu Kinderbuchserien entwickeln.


Zum Seminar gehören zwei obligatorische eintägige Workshops mit der Redaktion des Loewe Verlag in Bindlach, voraussichtlich Mittwochs gegen Ende des Semesters nach Absprache.

Texte: Margit Auer: Die Schule der magischen Tiere (Carlsen ab 2013), hier besonders Band 1; Alice Pantermüller / Daniela Kohl: Lotta-Leben. Ich glaub meine Kröte pfeift (Arena ab 2012) Jochen Till: Luzifer Junior (ab 2017) und Adam Blade: Beast Quest (Loewe ab 2008)

(Die Bücher aus dem Carlsen- und Arena-Verlag sind in günstigen Ausgaben und Stadtbüchereichen erhältlich. Der Loewe Verlag stellt und seine Texte freundlicherweise bei Semesterbeginn zur Verfügung!)

 


Anhand von Texten der Jahrhundertwende, Oscar Wilde: Salomé, Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurdis Brigge, Heinrich Mann: Der Untertan, Walter Hasenclever: Der Sohn bietet das Modul eine umfassende Einführung in die wissenschaftlichen und wissenschaftsvermittelnden Techniken des Präsentierens, Moderierens und Schreibens. Der Schwerpunkt liegt auf der übenden Erschließung und Diskussion der Methoden mit dem Ziel, ein persönliches Profil an Techniken zu erarbeiten.
Zum Seminar gehört ein obligatorisches Kompaktseminar in den letzten Semesterwochen, bei dem die Präsentationen der Teilnehmer auf Video aufgezeichnet und anschließend ausgewertet werden.