Der Kurs soll als Plattform dienen:

zur Weitergabe von Informationen rund um den Studiengang

zum Austausch der Studierenden untereinander

zur einfachen und schnellen Kommunikation zwischen Studierenden und Dozenten

Der Geschichte kommt in den unterschiedlichen Medien eine vielfältige Bedeutung zu. Sie kann selbst der Inhalt des Interesses sein, wie in historischen Fernsehdokumentationen zum Nationalsozialismus oder in Sonderheften von GEO-Epoche und SPIEGEL zum Römischen Reich. Sie kann aber auch den Rahmen oder nur die Kulisse bilden: für Spielfilme, Comics, Romane oder Computerspiele, die in vergangen Zeiten spielen.
Das Ziel des Seminars ist es, einen schärferen Blick für die theoretischen aber auch die praktischen Herausforderungen zu gewinnen, die mit dem Bezug auf Geschichte in den Medien, bzw. der historischen Darstellung in ihnen verbunden sind. Woher beispielsweise nimmt eine Autorin oder ein Autor historischer Romane oder Drehbücher ihr, bzw. sein Wissen über die historischen Hintergründe der Geschichte und wie weit darf sie oder er bei der "Verdrehung" historischer Tatsachen gehen? Wer gibt den Computerspielprogrammierern die Informationen ihrer historischen Darstellungen? Wer baut den Filmemachern die passenden Kulissen eines Films, der in den 1920er oder 1970er Jahren spielt und wie authentisch müssen diese Kulissen sein? Bereiten sich Schauspielerinnen und Schauspieler auf ihre Rolle in historischen Filmen anders vor? Inwieweit können und müssen die Produzentinnen und Produzenten der medialen Inhalte ein historisches Verständnis der Nutzerinnen und Nutzer voraussetzen? Inwieweit sind sie selbst Gestaltende dieses Verständnisses? Die Fragen, die wir dem Seminar stellen werden, sollen zu einem weiten Teil durch die Mitarbeit der Teilnehmenden selbst und durch eigene Recherche beantwortet werden.

Lange Zeit galt die deutsche Massenkonsumgesellschaft der "Wirtschaftswunderjahre" zwischen den späten 1940er und den 1960er Jahren als Produkt einer Stunde Null. Die Ausbreitung von Kühlschränken und Fernsehgeräten sowie der insgesamt materiell gesteigerte Lebenskomfort wurden mit der vergleichsweise kargen und konsumfeindlichen Zeit des "Dritten Reichs" und dem Elend der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit kontrastiert. Die neuere Forschung hat diese strikte Dichotomie in mehrfacher Hinsicht differenziert. Zum einen konnte die Debatte über eine Konsumgesellschaft in den 1930er Jahren dem Konsum eine zentralere und vielfältigere Rolle zuschreiben als zuvor vermutet. Zum anderen konnten langfristig wirksame Lern- und Erfahrungsprozesse aufgezeigt werden, welche die Annahme einer fundamentalen Zäsur in Frage stellen. So wurden beispielsweise die Thesen vertreten, dass die Vision einer Massenkonsumgesellschaft in den 1930er Jahren und die Tauscherfahrungen auf den Schwarzmärkten der 1940er Jahre die Deutschen in gewisser Weise auf das "Wirtschaftswunder" der 1950er Jahre und die Anforderungen eines "freien Marktes" vorbereitet hätten.

Das Seminar greift diese Debatten auf und versucht sie am Beispiel konkreter historischer Beispiele zu verorten: der Wechselwirkung von Einzelhändlern und Schwarzmärkten, der konsumpolitischen Regulierung sowie der Geschichte einzelner Produkte. Viele dieser Aspekte sind noch nicht umfassend erforscht. In dem Seminar wird es daher auch darum gehen, Forschungsmöglichkeiten zu bestimmen und im Rahmen einer Seminararbeit umzusetzen.