Drei musikalisch-akustische Darstellungsmodi sind für den frühen Tonfilm grundlegend. Der Musikfilm, der auf das Musiktheater Bezug nimmt (z.B. im „Dreigroschenoper"-Film von G.W. Papst), basiert auf einer anderen musikalischen Konzeption als der Film mit sinfonischer Begleitung (z.B. in „King Kong") oder dem Typus, der auf Musik fast ganz verzichtet und nur vom Geräusch und Dialog her operiert (Fritz Langs „M"). Am Beispiel multimedialer Bildkunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (unter anderem werden das Tableau vivant, bewegte Panoramaformen sowie das herkömmliche Musiktheater untersucht) geht die Vorlesung dem auf die Spur, was die genannten Darstellungsmodi vorbereitete und ausprägte. Von Daguerres Diorama, das von Geräuschen und akustischen Inzidenzen begleitet wurde, bis hin zum Stummfilm mit Klavier- und Orchestermusik reicht die Spanne multimedialer Darstellungsformen. Hierbei ist methodisch die Idee einer „Archäologie" der Filmmusik auschlaggebend, die Verdecktes in Hinblick auf eine vielfältige Musikkultur, wie sie im 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhundert durchgängig präsent war, offen legt.

Was ist Oper und was gibt es da zu analysieren? - Methoden der Opernanalyse

Der Begriff 'Oper' umfasst ein Spektrum von Musiktheaterformen, dessen Breite durch eine über 400-jährige Geschichte mit mannigfaltigen Ausprägungen verschiedenster Art charakterisiert ist. In exemplarischen Analysen von Opern (beziehungsweise Opernausschnitten) werden zentrale Felder dieses Spektrums beleuchtet und theoretisches Rüstzeug praktisch erprobt. Vorgesehen sind Stücke von Mozart, Verdi und Henze und gegebenenfalls von Marschner, Hindemith und Saariaho. In Lehrveranstaltungen des 1. Studiensemesters erarbeitetes methodisches Wissen und Können wollen wir verfeinern und ausbauen. Dabei soll analytisches Vokabular für Beschreibungen von Vorgängen in der Musik mit den spezifischen Bedingungen von Oper (Drama, Text, Gesang, Szene) in Verbindung gebracht werden. Wir arbeiten mit Partituren und Klavierauszügen, trainieren aber auch unsere Ohren und unser Herz.