Das Erzählen als Erwerb eines Bündels vielfältiger narratologischer Kompetenzen (Erzählkompetenzen) findet in der literaturdidaktischen Forschung ebenso Berücksichtigung wie die Rezeption medial unterschiedlich repräsentierter ästhetischer Formen des Erzählens in Literatur, Serie und Film (vgl. Claussen 2005; Leubner und Saupe 2009; Dannerer 2012; Pfeiffer 2013).

Entsprechend geht das Seminar den deutschdidaktischen Potenzialen und Konzepten des Erzählens nach, die sich einerseits auf den anthropologischen Kern und zentrale Kulturkompetenzen (vgl. Wieler 2013) stützen, andererseits ist in besonderem Maß die Vermittlung unterschiedlicher literarischer Erzählformen wie Kurzgeschichte, Fabel, Novelle oder Roman zu thematisieren.

Um verbindliche Anmeldung bis zum 25.03.2016 wird gebeten.

Blockseminar

Feminist Performance Returning

Dozentin: Bettina Knaup

anrechenbar für:

BA Medienwissenschaft und Medienpraxis: M1.3.2 Mediengeschichte und -ästhetik

BA Theater und Medien: M4 Mediengeschichte und -ästhetik

BA Anglistik/Amerikanistik: E Fachübergreifende Einheit

MA Intercultural Anglophone Studies: A1.4 Elective

 

Das Seminar befasst sich mit (historischer und aktueller) feministischer, queerer und genderkritischer Performancekunst sowie ihrer Dokumentation, Archivierung, Rezeption und Re-aktivierung.

Performance entwickelte sich vor allem seit den 1960er und 1970er Jahren als eigenständige Kunstform, die den Körper und die Handlungen der Künstler_innen und auch des beteiligten Publikums zum Medium der Kunst erklärte. In einer Zeit der internationalen Aufbrüche, die von den Studentenunruhen in Westeuropa, den Revolten in Osteuropa, den Widerstandsbewegungen in Südeuropa und Lateinamerika, den internationalen Frauen-, Bürgerrechts-, Friedens-, Schwulen- und Lesbenbewegungen geprägt war, wurde auch in der Kunst nach neuen Ausdrucksformen gesucht, die sich gegen eine formalistische, auf das Kunstobjekt ausgerichtete Kunst wendeten. Genreübergreifend, prozessorientiert, experimentell entzog sich Performance dabei jeder eindeutigen Definition, ja viele Autor_innen beschrieben diese Undefinierbarkeit als das eigentliche Merkmal der Performance.

Performance war dabei formal und inhaltlich geradezu das paradigmatische Medium feministisch inspirierter, genderkritischer Kunstproduktion: Durch die Verschränkung von Kunst und Leben, von privat und öffentlich, durch den Fokus auf den kreativen, handelnden und wissenden Körper, aber auch durch die Aneignung des damals neuen Mediums Video konnten Künstler_innen vom Objekt zum Subjekt der Kunst werden. In radikalen Arbeiten wurden repressive Identitätszuschreibungen aufgedeckt und unterlaufen, soziale und physische Grenz- und Gewalterfahrungen thematisiert oder der lustvolle Körper angeeignet. Performance war zudem als neue Kunstform jenseits der traditionellen Kunstorte und ökonomischer Verwertungslogiken ein Medium für kollektive und politische Intervention im öffentlichen Raum.

Trotz einer seit Jahren zu beobachtenden erhöhten Konjunktur von Performancekunst einerseits, sowie der Historisierung der internationalen feministischen Kunstbewegungen der 1960er bis 80er Jahre andererseits, bleibt die feministische, genderkritische und queere Performancepraxis in ihrer internationalen Vielfältigkeit wenig sichtbar und ist kaum systematisch aufbereitet. Zugleich entstehen neue Ein- und Ausschlüsse.

In zwei intensiven Blöcken werden wir wenig bekanntes und kaum zugängliches Dokumentations- und Archivmaterial sichten und mit unterschiedlichen Zugängen zu Performancedokumenten und Archivmaterialien experimentieren (z.B. close reading, mapping, re-narrating). Wir untersuchen dabei die Performativität des Archivs, die Lebendigkeit des Dokuments, die scheinbar immer wiederkehrende Unzeitlichkeit feministisch-queerer Interventionen und befragen die Effekte und Potentiale der Wiederkehr, der Ein- und Ausschlüsse subversiver künstlerischer Praxen.

 

Voraussetzungen:

-Fließende Englischkenntnisse

-vorbereitende Lektüre vor der ersten Sitzung (Details folgen)


Termine

Freitag 20.05.2016, 15-18 Uhr
Samstag 21.05.2016, 9-18 Uhr

Freitag 08.07.2016, 15-18 Uhr
Samstag 09.07.2016, 9-18 Uhr

Raum wird noch bekanntgegeben.

Wenn Sie einen Schein erwerben wollen, müssen Sie an ALLEN Terminen teilnehmen! (Detaillierte Scheinbedingungen folgen.)

 

Man kann davon ausgehen, dass bei einem Vortrag 50 % der Vermittlung über die inhaltlichen Aspekte gehen und 50 % über die Präsentation selbst. Anders gesagt: Häufig entscheidet nicht ein (auch ggf.) sehr gut disponierter Inhalt eines Vortrags über die Frage, ob der Redner/die Rednerin zu überzeugen vermag, sondern seine/ihre Darstellung. Diese Darstellung kann somit unabhängig des Inhaltes mehr oder weniger gut bzw. angemessen sein. Während sich universitäre Lehre vor allem auf die inhaltlichen Aspekte konzentriert, wird es hier gerade umgekehrt sein. Zugleich ist die Form bzw. die Darstellung von ihrem Inhalt nicht zu trennen. Die Übung wird deshalb anhand eines einschlägigen Gegenstandes des Musiktheaters (ggf. Weisses Rössl oder Don Giovanni) die verschiedenen Formen des Vortrags (wissenschaftlich, nicht-wissenschaftlich) und der freien Rede (Moderation, Gesprächsrunde) in den Mittelpunkt stellen. Zudem wird die Frage der Angemessenheit der medialen Aufbereitung (Powerpoint, Audio- und Video-Beispiele) bei Vorträgen diskutiert und erprobt. Ausgehend von einigen theoretischen und historischen Überlegungen zum Rhetorikbegriff ist vorgesehen an der konkreten Umsetzung einiger Formate und Situationen (mittelbar in Übungen im Seminar sowie ggf. auch unmittelbar in entsprechenden Kontexten der Praxis) zu arbeiten.

Das Seminar widmet sich der Geschichte, Theorie und Ästhetik des Tanzes: vom höfischen Ballett bis zur zeitgenössischen Choreographie. Jede Sitzung beschäftigt sich exemplarisch mit einer/m Choreograph_in, einer Epoche oder einer tanzspezifischen Fragestellung (Bewegung, Körper, Raum, Notation usw.). Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Verhältnis der Tanzbewegung zu Musik und Sound sowie zu den anderen Elementen der Aufführung in ihren jeweiligen soziokulturellen Zusammenhängen. Methodisch stellt sich die Frage: Wie über Tanz und seine flüchtigen Bewegungen sprechen, wie ihn beschreiben, analysieren, interpretieren?