In diesem Kurs stellen wir uns gegenseitig neuere Studien zu religiösen Entwicklungen im gegenwärtigen Islam vor, wobei sowohl inhaltlich (etwa in Bezug auf geographische Regionen oder Milieus) als auch in Hinblick auf unterschiedliche Forschungsansätze ein gewisses Spektrum abgedeckt werden soll. Studierende in der Abschlussphase des M.A.-Schwerpunkts islamische Gegenwartskulturen haben zugleich die Möglichkeit, ihre eigenen Arbeiten zur Diskussion zu stellen und innerhalb des Seminars weiterzuentwickeln.
Das Angebot richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die sich im Rahmen des Studiums bereits mit islambezogenen Themen auseinandergesetzt haben.

Dieser Kurs ist der zweite Teil eines dreistufigen Angebotes, kann aber auch von Studierenden im ersten Semester besucht werden. Wir befassen wir uns mit einigen ausgewählten Themen und Diskussionen in der Religionswissenschaft und erarbeiten uns dabei ein Verständnis davon, wie die Entwicklung von Theorien jeweils auch ihre historischen Entstehungskontexte widerspiegelt. Themen sind u.a. Theorien zu Ursprung und Entwicklung von Religion, Kolonialismus, Ritual und Gender.

Ergänzt durch die Lektüre türkischer Quellentexte erarbeiten wir uns in diesem Seminar einen sowohl historischen als auch synchronen Überblick über zentrale Entwicklungen und Strömungen des Islams in der Türkei. Themen sind unter anderem die Geschichte der Islamisierung Anatoliens, mystische Orden im Osmanischen Reich, Politik und Islam in der Republik Türkei sowie aktuelle Entwicklungen, Akteure und Institutionen. Das Seminar bietet eine grundlegende Einführung zum Islam in der Türkei, setzt aber türkische Sprachkenntnisse voraus und richtet sich an Studierende, die sich im Rahmen des Studiums bereits mit islambezogenen Themen auseinandergesetzt haben.

Zentralasien eignet sich als geographischer Fokus, um eine Vielfalt religiöser Traditionen in ihrer jeweiligen Kontextgebundenheit, ihren Wechselwirkungen und ihrer Geschichtlichkeit kennenzulernen. Das Hauptaugenmerk der Vorlesung liegt auf der Region Turkestan – vor, im Zuge und nach ihrer Islamisierung. Dabei werden auch lokale religiöse Traditionen sowie Manichäismus, nestorianisches Christentum und Buddhismus behandelt und Ausblicke in die Gegenwart gegeben.

Die Idee des „Schreins“ ist eines der einflussreichsten und anschlussfähigsten Konzepte zur Beschreibung von mit besonderer religiöser, sozialer und politischer Bedeutung aufgeladenen Orten in der Religionswissenschaft. In unserem Seminar wollen wir solche „Erinnerungsorte“ während der wechselhaften Geschichte der letzten 1500 Jahre in (Nordwest-)Iran verfolgen und exemplarisch Zugänge über verschiedenen Quellengattungen zum Konzept des „Schreins“ erproben. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf den Zeitraum der „turkmenischen“ Herrschaft während des 15. Jahrhunderts und die moderne Geschichte von Erinnerungsorten seit dem Jahr 1950, um insbesondere Fragen sozialer Wirksamkeit, partikulärer Wissensgeographien und jeweils praktizierter Rituale vertieft zu behandeln.

Auf einer Exkursion nach Nordwest-Iran, die in Abhängigkeit von der politischen Lage stattfinden wird, wollen wir im Anschluss an das Seminar im Juli 2018 den architektonischen und materiellen Rahmen von „Schreinen“ anhand der im Seminar erarbeiteten Inhalte besprechen.