Mit dem Herrschaftsantritt Trajans kamen nach dem kurzen Zwischenspiel Nervas die Kon-flikte zwischen Kaiser und Senat, die die flavische Zeit besonders unter deren letztem Kaiser Domitian geprägt hatten, an ihr Ende. Zeitgenössische Quellen feiern Trajan als Vertreter einer zurückhaltenden, senatsfreundlichen Politik; seine (Selbst-)Darstellung als „optimus princeps“ hat bis in die Spätantike nachgewirkt.
Hinter dieser Fassade verbirgt sich jedoch ein anderer Kaiser, läßt sich die kontinuierliche Ausprägung monarchischer Herrschaft, die Fortentwicklung des Senatorenstandes zu einer Dienstaristokratie des Kaisers und die — teils nahtlose — Fortsetzung der Politik Domitians erkennen. Damit gewährt die Herrschaftszeit Trajans auch einen besonders aufschlußreichen Einblick in die Strukturgeschichte des Römischen Reiches. Diesen Aspekten wird das Haupt-seminar besonders intensiv nachgehen und damit zugleich eine Einführung in die Geschichte der Kaiserzeit bieten.

Literatur:
Karl Strobel, Kaiser Traian. Eine Epoche der Weltgeschichte, Regensburg 2010.
Annette Nünnerich-Asmus (Hrsg.), Trajan. Ein Kaiser der Superlative am Beginn einer Um-bruchzeit? (Zaberns Bildbände zur Archäologie), Mainz 2002.
Gunnar Seelentag, Taten und Tugenden Traians. Herrschaftsdarstellung im Principat (Hermes Einzelschr. 91), Stuttgart 2004.