Digitale und soziale Medien verändern sowohl unsere Interaktion mit (Stadt-) Räumen als auch raumbezogene Forschung. Dies betrifft die Verwendung von GPS oder Online-Karten für Analyse und Orientierung ebenso wie den Live-Einsatz von Smartphones, Tablets und interaktiven Apps. Wie verschränken sich virtuelle und analoge Realitäten in Alltag und Forschung? Welche Effekte hat die augmented reality hinsichtlich alltäglicher Erfahrung, und wie verändern wir uns als forschende Subjekte? Diesen Fragen gehen wir ausgehend von methodologischen sowie kultur- und medienwissenschaftlichen Texten anhand experimenteller Übungen im Bayreuther Stadtraum nach.

Methodisch beschäftigen uns mit „performativen“ und „mobilen“ Forschungsansätzen, wobei unsere eigene Subjektivität und Bewegung im Stadtraum zentral sind. So experimentieren wir mit Verfahren der Psychogeographie und des kollektiven Kartierens sowie mit deren Anwendung im Zusammenhang digitaler Medien (z.B. Situationsmus-App, Geoweb, mobile story-telling).

Virtuell „erweitert“ begegnen uns die sozialen und historischen Stratifizierungen Bayreuths – etwa Verhältnisse von Zentrum/Peripherie und Arbeit/Freizeit/Konsum oder die Topoi „Musikstadt“, „Barockresidenz“ und „Verwaltungsstadt“ – auf neue Weise. Die mit Verfahren des Performance as Research gewonnenen Interviews, Skizzen, Protokolle, Fotografien etc. sollen medial transformiert und gezeigt werden.

Abschließend findet der Workshop „Embodying Speculation“ mit dem Performancekünstler Matt Adams der Gruppe Blast Theory (siehe blasttheory.co.uk) statt.