Mobilität, Flucht und Migration haben sich in den vergangenen Jahrzehnten weltweit intensiviert. Im Kontext von wirtschaftlicher Liberalisierung und veränderten Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten werden Migrationsbewegungen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen immer mehr zur gesellschaftlichen Normalität. Statt unidirektionaler Ein- und Auswanderung sind dabei vielfach temporäre, zirkuläre und multilokale Formen der Migration zu beobachten, wodurch sich auch transnationale Beziehungen verstärken. Dadurch werden auch nationalstaatliche Grenzen und klassische Konzepte der Staatsbürgerschaft in Frage gestellt. Zugleich reagieren Staaten und Staatengemeinschaften mit differenzierten und selektiven Grenzregimes – Beförderung der Migration der einen und Beschränkung der Migration der anderen. Im Seminar gehen wir diesen Prozessen von Migration und selektiver Begrenzung nach, wobei wir insbesondere Veränderungen traditioneller Verständnisse von Staatsbürgerschaft diskutieren. Anhand geografischer Konzepte wie Territorialität, Grenzregimes und Maßstabsebenen nehmen wir neben gegenwärtigen Auseinandersetzungen in deutschen Städten und Gemeinden auch die Rolle von Postkolonialität und globaler Ungleichheit in den Blick.