Dieses Blockseminar wirft die Frage der Bedeutung der Archivquellen für die Geschichte Afrikas auf und versucht diese im Licht der Debatten um die kolonialen Archive in postkolonialem Afrika zu erfassen. Einerseits wird oft in diesen Debatten der Fokus auf die Verwaltungs- und Erhaltungsprobleme der Kolonialarchivmaterialien in meist afrikanischen Ländern (Ngulube 2005, Tough 2009) gelegt. Andererseits drehen sich die Diskussionen um den Inhalt der Kolonialarchivquellen (Arondekar 2005), der nicht nur ein besonderes Maß an Parteilichkeit beinhaltet, sondern oft auch die Machtbeziehung zwischen den Kolonisatoren und Kolonisierten wiederspiegelt (Stoler 2002). Das Seminar wird daher Eindrücke von Archivaren mit Fallbeispielen und Archivforschungserfahrungen kombinieren, um die obigen Debatten greifbarer zu machen. Im Anschluss hierzu wird auf die Oral History sowohl als ‚alternative‘ und ‚komplementäre‘ Quelle eingegangen insbesondere für Thematiken, die kaum bzw. sehr marginale Erwähnung in vorhandenen kolonialen schriftlichen Quellen gefunden haben. Das Programm und der genaue Blockseminarzeitraum werden während der ersten Sitzung abgesprochen. Daher werden die Seminarteilnehmer*innen um eine Anmeldung an hanza.diman@uni-bayreuth.de gebeten.


Afrika wurde lange als Kontinent der Krisen und Katastrophen repräsentiert – die „3 Ks“ (Kriege, Krankheiten, Krisen) prägen nach wie vor viele mediale Repräsentationen über den Kontinent. In diesem Seminar werden, in Anlehnung an Achille Mbembe und Valentin Mudimbe, Repräsentationen der Krisen in Afrika historisch analysiert. Anhand von ausgewählten Debatten um Konflikte, Flüchtlinge und Epidemien wird die Möglichkeit diskutiert, eine genuin historische Analyse von Krisen und Katastrophen zu entwerfen. Mit der Methode des Planspiels wird die geschichtswissenschaftliche Frage der „Kontingenz“ thematisiert.


Die Betonung des Alltäglichen zeigt einen Blickwandel von einer staatszentrierten Geschichtswissenschaft zu einer ‚Geschichte von unten‘ an.

Alltäglichkeit ist die Arena, in der Mitmachen und Zustimmen, aber auch eigensinnige Distanz, Ausweichen und Widerstehen kreiert und praktiziert werden. In dieser Sicht ist Alltäglichkeit nicht Thema einer einzelnen Disziplin, sondern betrifft auch die visuellen, performativen und literarischen Künste (Lüdtke 1989).

Dieser Lektürekurs ermöglicht eine tiefgreifende Diskussion über die Verwendung von alltagsgeschichtlichen Konzepten in der Geschichtswissenschaft mit regionalem Fokus auf den afrikanischen Kontinent. Die Ziele des Kurses sind es: 1) einen anwendungsorientierten methodischen Zugang zu erarbeiten; 2) empirische Beispiele (Bayart, Mbembe Toulabour 1981; Ragaru und Capelle Poacean 2010) mit Fokus auf den Alltag (auch micro-histoire, everyday life) mit verschiedenen regionalen und historischen Schwerpunkten zu diskutieren; 3) neben den Vorteilen und inhaltlichen Innovationen auch Probleme der Romantisierung oder Überbetonung der angeblich ‚Namenslosen‘ zu erörtern.

Wo kommt eigentlich das Elfenbein der in Bayreuth hergestellten Klaviere her? Welche Begriffsgeschichte verbirgt sich hinter der „Mohren-Apotheke“? Wie sah der heutige Campus Gelände vor 100 Jahren aus und was haben Soldaten aus den afrikanischen Kolonien damit zu tun? Wie und wann wurden Pflanzen aus Afrika Teil der Attraktion im Botanischen Garten der UBT?

Antworten auf diese Fragen, gibt es nur selten bei Stadtrundgängen in der „Wagner Stadt“. Vereine wie Freiburg Postkolonial oder Berlin Postkolonial sind spannende Initiativen für einen kritisch-historischen Umgang mit Stadtgeschichte. Ziel dieses Kurses ist es, Alternativen zu dominanten Stadtrepräsentationen zu erkunden, indem ein gemeinsamer Stadtrundgang erarbeitet wird. Im Rahmen dieses Blockseminars wird grundlegend in postkoloniale Theorien eingeführt. Außerdem werden auf dieser Basis sowie der Ideen der Studierenden verschiedene Stationen für einen Stadtrundgang erarbeitet.

Dieser von Studierenden erarbeitete Stadtrundgang soll auch längerfristig für eine außer-universitäre Öffentlichkeit angeboten werden.

Zur Absolvierung dieses Kurses ist es erforderlich, einen Vortrag bezüglich eines selbstgewählten Ortes in Bayreuth mit postkolonialer Relevanz zu erarbeiten. Zwecks Absprachen, bitten wir um vorherige Anmeldung per Mail an robin.frisch@uni-bayreuth.de / hanza.diman@uni-bayreuth.de

Welcome to the Introduction to African African History!

This seminar is an introduction to topics and methods in African history. The purpose of the course is to give an overview of periods, problems and concepts in African history in a longue durée perspective. It aims by no means at an exhaustive overview of African past. Rather, it deals with central themes of African history like slavery, colonialism, state building and urbanisation.