In den letzten zehn Jahren hat sich ein neues interdisziplinäres Forschungs- und Interventionsfeld in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit gebildet: Global Health –oder Weltgesundheit auf deutsch— zielt darauf ab, gesundheitliche Ungleichheiten auf der Welt zu reduzieren. Die Grundidee des Ansatzes baut auf dem Vergleich und der Einstufung von Ländern und Regionen anhand von Gesundheitsindikatoren auf. Interventionen in der Weltgesundheit sind durch eine Vielzahl an internationalen Finanzinvestitionen zur Bekämpfung und Beseitigung schwerer Krankheiten auf dem afrikanischen Kontinent gekennzeichnet: Insbesondere die drei Krankheiten HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose haben in der Vergangenheit einen großen Teil der Aufmerksamkeit erhalten. In diesem Seminar werden wir sozialwissenschaftliche Analysen globaler Gesundheitsinitiativen in verschiedenen Ländern und Regionen (mit Schwerpunkt auf den afrikanischen Kontinent) diskutieren, wobei ein besonderer Fokus auf der gelebten Realität von Krankheiten, sowie auf Krankheiten im Kontext schwacher Gesundheitsinfrastrukturen liegt. Ziel ist es, sowohl ein Verständnis für die Logiken und Praktiken der Weltgesundheit zu entwickeln, als auch einen kritischen Umgang mit den Diskursen zu lernen und zu fragen, was diese Programme vielleicht nicht abdecken, ausblenden oder vernachlässigen.