Religionswissenschaft

Das Thema der diesjährigen Tagung der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) in Marburg lautet „Medien – Materialität – Methoden“. Damit greift die Tagung aktuelle Debatten um eine viel diskutierte (neue) Richtung in der Religionswissenschaft auf. Das Seminar führt in diese Debatten zur Materialität von Religion ein und verortet sie in der umfassenderen Diskussion um Materi­alität und den material turn in den Kultur- und Sozialwissenschaften. Im Seminar lesen und diskutie­ren wir sowohl Texte zu theoretischen Fragen als auch zu Forschungsarbeiten im Bereich materiale Religion und Religionsästhetik. Das Seminar hat mehrere Ziele:

Erstens möchte es einen Einblick in die Diskussion und das Forschungsfeld geben.

Damit soll zweitens eine Exkursion zur DVRW Tagung in Marburg inhaltlich vorbereitet werden (13.-16. September 2017 http://dvrw2017.relwiss-marburg.de/. Die Exkursion ist für Seminarteilnehme­rInnen nicht verpflichtend; Für die Teilnahme und einen Exkursionsbericht können LP angerechnet werden.
Den Eröffnungsvortrag auf der DVRW-Tagung wird Prof. Birgit Meyer (Universität Utrecht) halten, die eine zentrale Figur in der Debatte um die Materialität von Religion ist und Mitbegründerin und -Her­ausgeberin der Zeitschrift „Material Religion“. Birgit Meyer wird im November 2017 eine Woche in Bayreuth sein und im Rahmen der William James-Professur unterrichten.

Das dritte Ziel des Seminars ist daher, uns auf diese Gastprofessur von Brigit Meyer vorzubereiten und Texte von ihr, aber auch von AutorInnen zu lesen, mit denen sie sich auseinandersetzt.


Seminar, 2 SWS, Mo. 14:00-16:00 Uhr, Raum: GW II - S 7, Beginn: 08.05.2017
Modulzuordnung: BA REL C1, REL C2, REL D1, REL F1, REL F2, REL F3, REL F4, REL F5, REL F6

Inhalt: Das Seminar befasst sich zum einen mit der Popularisierung verschiedener Meditations-richtungen in der religiösen Gegenwartskultur und zum anderen mit Bestrebungen der wissenschaftlichen Erforschung von Mediation im Spannungsfeld von Analyse und Legitimation.

Ratgeberliteratur hat seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, vor allem aber ab den 1980er Jahren erheblich dazu beigetragen, dass sich verschiedene, insbesondere „östliche“ Meditationsrichtungen in Europa etablieren konnten. Wir werden im ersten Teil des Seminars exemplarisch einige Richtungen wie Zen, Achtsamkeitsmeditation, kennenlernen und ihre spezifische mediale Vermittlungsform, den zur autodidaktischen Aneignung konzipierten Ratgeber, vergleichend analysieren.

Parallel zum Meditationsboom ab den 1970er Jahren entstand ein neues Forschungsfeld, die empirische (insb. neurowissenschaftliche und medizinische) Meditationsforschung. Ihre Vertreter waren und sind oftmals selbst Praktizierende, und so verbinden sich in diesem Feld zum Teil wissenschaftliche Erkenntnisinteressen mit legitimatorischen Anliegen, nämlich den Aufweis für die Wirksamkeit von Meditationspraktiken und damit indirekt auch für die Gültigkeit ihrer Prämissen zu erbringen. Dies spiegelt sich insbesondere in populären Veröffentlichungen akademischer Autoren wider, in denen wissenschaftliche und weltanschauliche Rhetoriken und Argumentationsweisen ineinander gehen. Auch dies werden wir an exemplarischen Veröffentlichungen untersuchen.


Seminar, 2 SWS, Di. 12:00 - 13:30 Uhr, Raum: GW II – 1.23, Beginn: 02.05.2017
Vorbesprechung: 02.05.2017, 10:00 Uhr s.t. in Raum 1.23 (Besprechungszimmer, GW II, 1. Stock)

Modulzuordnung: BA KuG  REL F (Forschungsqualifikationen), REL F1 - F6 (Mobilitätsfenster)

Inhalt: Das Thema wird nach den Interessen der Teilnehmer festgelegt.


Hauptseminar, 2 SWS, Fr. 10:00-12:00 Uhr, Raum: GW II - S 6, Beginn: 28.04.2017

Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G4; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I1, I2, I3, I4, I5, I6

Voraussetzung: Das Angebot richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die sich im Rahmen des Studiums bereits mit islambezogenen Themen auseinandergesetzt haben.

Inhalt: In der frühen Geschichte des Islams haben sich Praktiken von Wohltätigkeit, Umverteilung und sozialem Ausgleich etabliert, die kanonisiert wurden und von Muslimen als religiöse Pflichten verstanden werden. Ausgehend von einer historischen Perspektive auf Traditionen wie zakāt (Solidarabgabe) und Opfer widmen wir uns im Seminar vor allem deren gegenwärtigen Adaptionen: In welche größeren gesellschaftlichen Projekte werden diese Traditionen eingebunden? Mit welchen Bedeutungen und Visionen werden sie verknüpft, und wie verhalten sie sich zu sonstigen sozialen Praktiken?


Hauptseminar, 2 SWS, Di. 10:00-12:00 Uhr, Raum: GW II - S 7, Beginn: 25.04.2017

Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G8, G9; Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I9

Voraussetzungen: Türkischkenntnisse, die zur Lektüre auch komplexerer Texte befähigen.

Inhalt: Ergänzend zu dem Seminarangebot zu Konzepten und Praktiken der „Wohltätigkeit“ und des sozialen Ausgleichs im Islam werden in diesem Lektüreseminar türkische Originalquellen zu diesen Themenfeldern gelesen. Mit der Lektüre sollen religiöse Terminologien erarbeitet sowie spezifische religiöse Textgattungen kennengelernt werden.


Hauptseminar, 2 SWS, Mo. 08:30-10:00 Uhr, Raum: GW II - S 7, Beginn: 08.05.2017

Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Islamische Gegenwartskulturen I10 

Inhalt: In diesem Kurs stellen wir uns gegenseitig neuere Studien zu religiösen Entwicklungen im gegenwärtigen Islam vor, wobei sowohl inhaltlich (etwa in Bezug auf geographische Regionen oder Milieus) als auch in Hinblick auf unterschiedliche Forschungsansätze ein gewisses Spektrum abgedeckt werden soll. Studierende in der Abschlussphase des M.A.-Schwerpunkts islamische Gegenwartskulturen haben zugleich die Möglichkeit, ihre eigenen Arbeiten zur Diskussion zu stellen und innerhalb des Seminars weiterzuentwickeln.

Das Angebot richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die sich im Rahmen des Studiums bereits mit islambezogenen Themen auseinandergesetzt haben.


Hauptseminar, 2 SWS, Di. 16:00-18:00 Uhr, Raum: GW II - S 6, Beginn: 25.04.2017

Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G1, G2, G3; Schwerpunkt Afrika A4, A5

Inhalt: Our „research workshop” addresses MA Students in Religious Studies with a focus on Africa and beyond. Its purpose is to support students in the design and realization of their research projects, and to discuss theoretical and methodological questions arising at the different stages of research. On the basis of selected texts and the presentations of the participants, we will discuss for example methods of qualitative data collection, as well as strategies of data analysis. The aim is to tackle the specific problems the participants face in research design and research practice, and to give the participants the opportunity to discuss these with their fellow students and with reference to the reading.

This course is open to all MA students and PhD candidates who work on religion; it is required for MA students with focus on Africa.
Working language is English but contributions in French and German are also welcome.


In diesem Seminar sollen zunächst „Primärtexte“ der sogenannten „Neuen Atheisten“ (z.B. Richard Dawkins, Sam Harris, Christopher Hitchens) gelesen und deren Argumentationsweise nachvollzogen werden. Sodann erfolgt ihre Einordnung in die „Geschichte des Atheismus“ (Georges Minois) und den medialen, wissenschaftlichen und weltanschaulich-religiösen Diskurs, in dem sie entstanden sind und bis heute debattiert werden. Dabei sollen z.B. folgende Fragen diskutiert werden: Was unterscheidet den „Neuen“ vom „Alten“ Atheismus? Welche Ziele verfolgen die „Neue Atheisten“? Handelt es sich um deviante Schrifterzeugnisse einzelner Intellektueller oder bilden diese breitere gesellschaftliche Diskurse ab? Sind Neue Atheisten ausschließlich religionskritisch bis -feindlich oder zeigen sie weltanschauliche Alternativen auf? Verbreiten sie rechtsextremes Gedankengut?

Ein ausführlicher Semesterplan wird in der ersten Sitzung verteilt.


Vorlesung, 2 SWS, Mo. 12:00-14:00 Uhr, Raum: GW I - S 93, Beginn: 08.05.2017

Modulzuordnung: BA REL B1, REL B2, REL D1, REL F1, REL F2, REL F3, REL F4, REL F5, REL F6

Inhalt: Diese Vorlesung gibt einen ersten Überblick über Entstehungsgeschichte und Grundzüge islamischer Traditionen, Praktiken und Institutionen. Besonderes Augenmerk soll dabei auch auf die Hintergründe zeitgenössischer Phänomene gelegt werden. Die Veranstaltung führt nicht nur in religionsgeschichtliche Themenkomplexe ein, sondern bietet auch Einblicke in die Forschungsgeschichte zum Islam und in wissenschaftliche Debatten.

Es sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich.

Hauptseminar, 2 SWS, Mi. 14:00-16:00 Uhr, Raum: GW II – S 7, Beginn: 26.04.2017, teilgeblockt, Blöcke voraussichtlich Fr./Sa. mit Doktorandenseminar


Modulzuordnung: MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur F1, F2, F3, F4

 

Inhalt: Die Forschungswerkstatt begleitet die Konzeption und Durchführung eigenständiger Forschungsarbeiten der Studierenden im Bereich der religiösen Gegenwartskultur. Im Mittelpunkt steht die Arbeit an selbst erhobenen Daten im Rahmen der qualitativ-empirischen Religionsforschung. Daneben steht die Auseinandersetzung mit Methoden, die für die jeweiligen Projekte relevant sind, und mit Forschungsbeispielen. Es handelt sich um eine Pflichtveranstaltung für die Studierenden der Schwerpunkte „Religiöse Gegenwartskult“.

Studierende aus dem BA-Studiengang Kulturwissenschaft mit Schwerpunkt Religion, die schon 150 ECTS-Punkte absolviert haben, können sich die Teilnahme für den späteren Master-Studiengang anrechnen lassen.


Hauptseminar, 2 SWS, Mi. 10:00-12:00 Uhr, Raum: GW II – S 6, Beginn: 26.04.2017

Modulzuordnung: BA REL C1, REL C2, REL D1, REL F1, REL F2, REL F3, REL F4, REL F5, REL F6; MA Religionswissenschaft allgemein R1, R2, R3; MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G4, G6, G7


Voraussetzungen: Masterstudierende und fortgeschrittene Bachelorstudierende ab dem 4. Fachsemester. 


Inhalt: Religiöse Pluralisierung ist ein wesentliches Kennzeichen moderner Staaten und Gesellschaften in Europa und Nordamerika. Sie ist charakterisiert durch zwei gegenläufige Entwicklungen: Zum einen der Zunahme religiöser Vielfalt infolge weltweiter Migrationsbewegungen, Reisetätigkeit und globalisierter Informationen über Religionen, zum anderen durch den Rückgang der in den europäischen Gesellschaften früher vorherrschenden kirchlich-christlichen Bindungen. Obwohl es schon immer ein Nebeneinander unterschiedlicher religiöser Traditionen und Bewegungen gab (s. dazu das parallele Seminar, gemeinsam mit Prof. Berner, zur Europäischen Religionsgeschichte), herrscht bis heute vielerorts die Vorstellung, es handle sich um vorrangig oder gar ausschließlich christlich geprägte Gesellschaften. Dies spiegelt sich auch im Verhältnis der betreffenden Staaten zu den Religionsgemeinschaften, etwa der rechtlichen Privilegierung bestimmter Religionsgemeinschaften im Blick auf den schulischen Religionsunterricht, die Theologen-Ausbildung, der Beteiligung an Ethikräten etc. Gleichzeitig bestehen in vielen Religionen einschließlich des Christentums exklusive Ansprüche, die sich nur bedingt mit religionspluralen Vorstellungen verbinden lassen.

Im Seminar werden unterschiedliche Positionen in dieser Debatte aus religionswissenschaftlicher Perspektive analysiert und aufeinander bezogen. Im zweiten Teil des Seminars wird es dann um die Frage gehen, wie die Religionswissenschaft als Fach damit umgehen kann.

Literatur:
- Christoph Bochinger: „Ist religiöse Vielfalt etwas Gutes? Pluralismus und Pluralität in der Religionswissenschaft“, in: Afe Adogame, Magnus Echtler, Oliver Freiberger (Hg.), Alternative Voices. A Plurality Approach for Religious Studies, Göttingen 2013, 285-307.

Hauptseminar, 2 SWS, Di. 14:00-16:00 Uhr, Raum: RW II – S 47, Beginn: 25.04.2017

Modulzuordnung: BA REL D1, REL F1, REL F2, REL F3, REL F4, REL F5, REL F6; MA Religionswissenschaft allgemein R1, R2, R3

Voraussetzungen: Masterstudierende und fortgeschrittene Bachelorstudierende ab dem 4. Fachsemester.

Inhalt:  Die Heranführung an die religionswissenschaftliche Fachidentität beinhaltet prominent die (auf die Abgrenzung zur Theologie abzielende) Selbstvergewisserung, Religionswissenschaft erforsche den Gegenstand Religion von einem (in religiöser Hinsicht) nicht-normativen Standpunkt aus. Diese Position wurde bisweilen auch als methodologischer Agnostizismus beschrieben und gilt – je nach religionswissenschaftlichem Standort – häufig als so selbsterklärend, dass sich jegliche Diskussionen darüber erübrigen. Tatsächlich zeigen aber innerfachliche Debatten gleichwie gesellschaftspolitische Erwartungen an das Fach immer wieder aufs Neue, dass diese Position nicht-normativer Religionswissenschaft keineswegs selbstverständlich oder gar unstrittig ist. Es lohnt sich also, der Frage nach Normativität in der religionswissenschaftlichen Arbeit über das einfache Postulat einer nicht-normativen Religionswissenschaft hinaus nachzugehen. So kann sie beispielsweise eine Rolle spielen, wenn eine gesellschaftspolitische Expertise der Religionswissenschaft gewünscht ist, sie zieht sich aber auch stets durch Forschungsdesigns und Fragestellungen der Religionsforschung und spielt insbesondere in der außerakademischen Berufsfindung religionswissenschaftlicher AbsolventInnen eine Rolle. Darüber hinaus ist die Religionswissenschaft – wie jede wissenschaftliche Disziplin – einer generellen wissenschaftlichen Normativität unterworfen, was z.B. den Umgang mit empirischen Daten, bereits vorhandenem Wissen etc. angeht, aber auch in ihrem grundlegenden epistemologischen Paradigma als kritische Wissenschaft. Auch diese Ebene der Normativität ist nicht so selbstverständlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, wie z.B. Debatten über postkoloniale Ansätze etc. zeigen.

Das Seminar widmet sich diesen Aspekten religionswissenschaftlicher Selbstverständigung und geht verschiedenen Fragen und Konfliktfeldern im Verhältnis von Normativität und religionswissenschaftlicher Arbeit nach: Woher kommt die Idee einer Spannung zwischen Normativität und (Religions-)Wissenschaft? In welchen Bereichen religionswissenschaftlicher Tätigkeit ist diese Spannung besonders virulent? Wie kann damit umgegangen werden? Inwiefern kann sich Religionswissenschaft von normativen Rahmenbedingungen frei machen? Welche Bedeutung hat dabei die Unterscheidung von angewandter und grundlagenforschender Religionswissenschaft?

Seminar, 2 SWS, Di. 08:00-10:00 Uhr, Raum: GW II – S 7, Beginn: 25.04.2017

Modulzuordnung: BA REL B1, REL B2, REL D1, REL F1, REL F2, REL F3, REL F4, REL F5, REL F6

Inhalt: Nicht erst in der Gegenwart, sondern zu allen Zeiten gab es in der europäischen Religionsgeschichte ein Nebeneinander unterschiedlicher religiöser Traditionen. Der Umgang mit religiöser Pluralität ist bis heute umstritten. Im Seminar lesen wir historische Texte (in Übersetzung) zu dieser Frage aus unterschiedlichen Zeitepochen. Der Schwerpunkt liegt auf zwei Epochen, für die diese Frage besonders relevant ist: der Spätantike und der frühen Neuzeit, vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Die Veranstaltung ist eng verzahnt mit dem Seminar von Christoph Bochinger: Religiöse Pluralisierung. 

Literatur:
- Ulrich Berner: "Antike und Christentum im Mittelalter. Alanus ab Insulis als Dichter und Theologe", in: Christoph Auffarth (Hg.), Religiöser Pluralismus im
Mittelalter? Besichtigung einer Epoche der europäischen Religionsgeschichte, Berlin 2007, 25-37 (Religionen in der pluralen Welt. Band 1).

- ders.: "Wilhelm von Tyrus und die Muslime im Heiligen Land: Toleranz und/oder Kooperation?", in: Susanne Knaeble/Silvan Wagner (Hg.), Gott und die
heiden. Mittelalterliche Funktionen und Semantiken der Heiden, Berlin 2015, 185-210.

Hauptseminar, 2 SWS, Mo. 16:00-18:00 Uhr, Raum: GW II – S 7, Beginn: 08.05.2017

Modulzuordnung: BA REL D1, REL F1, REL F2, REL F3, REL F4, REL F5, REL F6, REL TMR; MA Religionswissenschaft allgemein R1, R2, R3; MA Religionswissenschaft, Schwerpunkt Religiöse Gegenwartskultur G5

Voraussetzungen: Masterstudierende und fortgeschrittene Bachelorstudierende ab dem 4. Fachsemester.

Inhalt: Soziologische Theorien der Kultur bilden das Fundament der sozialwissenschaftlich gegründeten Kulturwissenschaften. In der Religionswissenschaft wurden sie insbesondere seit  der so genannten „Kulturwissenschaftlichen Wende“ in den 1980er Jahren breit rezipiert. Im ersten Teil des Seminars befassen wir uns mit grundlegenden soziologischen Theorien der Kultur, im zweiten Teil mit ihrer Rezeption in der Religionswissenschaft und verwandten Wissenschaften.

Literatur: Wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.


Proseminar 2 SWS, Do 10-12, Raum: GWII - S 6, Beginn: 27.04.2017

Modulzuordnung: BA KuG REL  A1, A2; Kombifach RW-1, Kombifach neu REL A1

Inhalt: Dieser Kurs ist der zweite Teil eines dreistufigen Angebotes, kann aber auch von Studierenden im ersten Semester besucht werden. Wir befassen uns mit einigen ausgewählten Themen und Diskussionen in der Religionswissenschaft und erarbeiten uns dabei ein Verständnis davon, wie die Entwicklung von Theorien jeweils auch ihre historischen Entstehungskontexte widerspiegelt. Themen sind u.a. Theorien zu Ursprung und Entwicklung von Religion, Kolonialismus, Ritual und Gender.

Orte und räumliche Verhältnisse sind nicht erst seit dem sogenannten 'spatial turn' im Focus religionsbezogener Forschungen. Je nach religiösem Kontext haben Pilgerfahrten, wie beispielsweise christliche nach Jerusalem oder islamische nach Mekka, lokale Wallfahrten und natürlich die damit verbundenen Devotionsorte immer wieder Interesse hervorgerufen. So haben bereits in den 1960er und 70er Jahren Volkskundler und theologische Wallfahrtsforscher wichtige Forschungen vorgelegt und sich dabei auch um systematische Terminologien für religiös motivierte Raumbewegungen und Devotionsorte, einschließlich ihrer Gestaltung und Ausstattung, verdient gemacht. Daneben existiert das Feld der Religionsgeografie, die einen wertvollen methodischen Zugang für ReligionswissenschaftlerInnen bereitstellen kann. Unter Berücksichtigung theoretischer Überlegungen zu 'Raum und Ort', auch unter dem Schlagwort 'Religionstourismus', soll das Seminar in dieses Themenfeld einführen. Dabei werden ausgewählte Beispiele herangezogen, die von Oberfranken (evtl. mit Exkursion) bis nach West-Asien reichen, wobei ein Schwerpunkt auf dem muslimischen Balkan, Anatolien (lokaler Islam, Aleviten), Mesopotamien (Yeziden) und Iran (Schiiten, Yaresan/Ahl-e Haqq,
Zarathustrier, Juden) liegen wird.