Für: BA Europäische Geschichte S11, F1; Lehramt Geschichte F; BAs KuGeA,
GEFA, Ethnol.: KF „Afrika in der Welt" (KF 4/7) A2, D1-D3; MAs Geschichte:
nach Absprache; MA KuGeA: C2; andere nach Abspr

In the absence of modern economic elites, African intellectuals assumed a
prominent political and social role during the period of decolonization
and afterwards. Their interventions shaped Africa's cultural identities
and political visions, while their books sparked enthusiasm much beyond
Africa. This seminar will study a selection of their texts in English and
in French language. Participants will receive a reading list and will be
expected to read every week one text of such authors as Frantz Fanon,
Léopold Sédar Senghor, Kwame Nkrumah, Julius Nyerere, Aimé Césaire, Cheikh
Anta Diop, Achille Mbembe, Chinua Achebe, and others. Students who need to
take a course with French sources will be given reading assignments only
in French. The others will have the opportunity to read either
translations or original texts in English which address the same theme.
Through studying major contributions of African thinkers our aim is to
become familiar with their ideas on independence, culture, development,
and democracy.

Readings:
Coetzee, P. H. and Roux, A. P. eds., The African Philosophy Reader,
London, Routledge, 1998.
Premier congrès des écrivains et des artistes noirs, Paris, Présence
Africaine, 1956.
Deuxième congrès des écrivains et des artistes noirs, Paris, Présence
Africaine, v. 1-2, 1959.
Katsakioris Seminar 2016 African Intellectuals ENG and FR.pdfKatsakioris Seminar 2016 African Intellectuals ENG and FR.pdf

Umfasst Material für

55603 Übung zur Differenzierung im Geschichtsunterricht

55606 Differenzierung im Geschichtsunterricht

Die Jahre 408--410 warfen mit dem Einfall barbarischer Invasoren bis nach Spanien und der Plünderung Roms durch Alarich ein Menetekel an die Wand, das sich mit den gescheiterten Abwehrkämpfen des Westreiches, der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers 476 und der Einrichtung eines gotischen Königreiches in Italien erfüllen sollte. Doch der Osten des Reiches behauptete sich und erstarkte im Laufe des 5. Jhs.; im 6. Jh. konnte der Kaiser Justinian Italien zurückerobern und noch einmal den größten Teil des Reiches in einer Hand vereinen.

Dieses Spannungsfeld der politischen Geschichte findet seine Entsprechung in Entwicklungen von Staat und Gesellschaft, in der Konsolidierung der christlichen Kirche wie derjengigen germanischer Ansiedlungen auf dem Reichsboden. Diese Entwicklungen werden im Mittelpunkt der Vorlesung stehen, in welcher der Charakter der Spätantike als Epoche zugleich des Niederganges und des Überganges zum Mittelalter untersucht werden wird.

Die Vorlesung setzt diejenige des vergangenen Semesters fort. Sie deckt in allen Studiengängen die Zeiträume 1 und 2 ab.

Literatur:

Franz Georg Maier, Die Verwandlung der Mittelmeerwelt (Fischer Weltgeschichte), Frankfurt (M.) 1968.

Jochen Martin, Spätantike und Völkerwanderung (OGG 4), 3., erw. Aufl. München 1995.

Rene Pfeilschifter, Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2014.

Ziel dieses Hauptseminars ist es, Einsichten in grundlegende Entwicklungslinien europäischer Geschichte zwischen dem 5. und dem 15. Jahrhundert zu erhalten. Im Mittelpunkt sollen dabei die für die Epoche charakteristischen Formen politischer Herrschaft stehen: Wie wurde der imperiale Herrschaftsanspruch des Römischen Reiches im Frühmittelalter adaptiert - in den Königreichen (regna) des lateinischen Westens, aber auch im Byzantinischen Reich und dem Kalifat? Welche Veränderungen erfuhr der Reichsgedanke im Hoch- und Spätmittelalter, vor allem in Hinblick auf das Spannungsverhältnis zwischen kaiserlicher und päpstlicher Autorität? Inwieweit kann das Mittelalter als formative Periode in der Entwicklungsgeschichte moderner Nationalstaaten betrachtet werden?

Die Lehrveranstaltung wird sich dabei nicht auf die Beschreibung politischer Institutionen beschränken, sondern auch die tatsächlichen Praktiken der Herrschaftsausübung in konkreten Fallbeispielen beleuchten und die Debatten und Diskurse untersuchen, mittels derer im Mittelalter Herrschaft legitimiert - oder auch in Frage gestellt - wurde. Auf diese Weise soll den Studierenden eine grundlegende Kenntnis der politischen Geschichte des Mittelalters vermittelt werden, die auch als Grundlage für epochenübergreifende Betrachtungen und historische Längsschnitte dienen kann.   

Literatur und eine Liste möglicher Themen ergehen an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Anmeldung bzw. werden auf die Lehrplattform geladen.

Im Verlauf der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre entstand in Deutschland eine besondere Spielart des Liberalismus, für den bald die Bezeichnung Ordoliberalismus geläufig wurde. Kennzeichen dieses Denkens war die Meinung, dass effiziente Wettbewerbsmärkte nicht automatisch entstehen, sondern staatliche Intervention dafür sorgen müsse, dass Märkte entstehen und reibungslos funktionieren können. Monopole sollten durch den Staat sanktioniert und in die Schranken gewiesen werden ebenso wie Arbeitsmarktkartelle auf Seiten der Arbeitnehmer. Dieses politisch in den 1930er Jahren noch marginalisierte Wirtschaftsdenken wurde in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zum prägenden Leitbild beim Aufbau der bundesdeutschen Wirtschaftsordnung und gilt vielen gar als Grundlage für das westdeutsche Wirtschaftswunder der 1950er Jahre.
In der Veranstaltung werden auf der Grundlage ausgewählter Texte von Theoretikern des Ordoliberalismus und der Sozialen Marktwirtschaft, Texte von Autoren wie Walter Eucken, Wilhelm Röpke, Franz Böhm, Alfred Müller-Armack, Leonhard Miksch, Oswald von Nell-Breunig, die Grundlinien dieses wirtschaftstheoretischen Leitbildes rekonstruiert und mit anderen zeitgenössischen Ansätzen in Beziehung gebracht. Abschließend soll der "Ordoliberalismus" oder "deutsche Neoliberalismus", wie der Ansatz in Abgrenzung zum "amerikanischen Neoliberalismus" der Chicago School häufig bezeichnet wird, in der Geschichte des ökonomischen Denkens im 20. Jahrhundert eingeordnet werden. Die Studierenden erhalten einen Überblick über die Varianten wirtschaftsliberaler Theoriebildung im 20. Jahrhundert.

Literatur: Ralf Ptak: Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft: Stationen des Neoliberalismus in Deutschland. VS Verlag, 2004.

Die Veranstaltung führt in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens auf dem Gebiet der Mittelalterlichen Geschichte ein. Das Programm der Übung umfasst:

I. Hinweise zur Studienpraxis. Bibliographieren, bibliographische Hilfsmittel; Zitierweisen und Typologie des wiss. Schrifttums; wichtiges Schrifttum zur Mittelalterlichen Geschichte. Grundfähigkeit, den Forschungsstand und Forschungskontroversen in verschiedenen Themengebieten der Geschichte zu erfassen und geschichtswissenschaftliche Fachliteratur angeleitet zu bewerten.

II. Die Mittelalterliche Geschichte als Epoche (grob 500-1500). Grundfähigkeit, Theorien und Kategorien angeleitet zu verwenden, um historische Strukturen und Entwicklungszusammenhänge herauszuarbeiten.

III. Geschichte als Wissenschaft: Allgemeines; Methodenfragen; Teildisziplinen, Hilfswissenschaften, Nachbarwissenschaften der Geschichtswissenschaft (Beziehungen/Überschneidungen zu Altertum, Byzantinistik und Neuerer Geschichte, Kunstgeschichte und Archäologie). Grundfähigkeit, sich mit historischen Narrativen und Theorien der Geschichtswissenschaft kritisch auseinanderzusetzen.

IV. Grundlagen der Quellenkunde: 1. Quellensprachen: Mittellatein, Alt- und Mittelhochdeutsch, Romanische und Slawische Sprachen, ma. Griechisch. 2. Überblick zu den wichtigsten Quellengruppen: Byzantinistik (der griechische Osten im Mittelalter), Chronologie, Diplomatik (Urkundenlehre), Epigraphik (ma. Inschriften), Genealogie, Heraldik, Historische Kartographie, Kodikologie (Handschriftenkunde), Numismatik, Paläographie (Schriftenkunde), Sphragistik (Siegelkunde). Fähigkeit, historische Quellen verschiedener Epochen, Sprachen und Gattungen angeleitet auszuwerten.

Ihr Aufgabe wird es sein, das grundlegende Wissen im Rahmen einer Klausur am Ende des Semesters wiederzugeben und während des Semsters - zwischen den Blöcken - kleinere Übungsaufgaben zu bewältigen.

Frühmittelalterliche Gesellschaften werden häufig als kriegerische Gesellschaften beschrieben, die Probleme und Konflikte gewaltsam austrugen. Krieg nahm, wenn man von seiner Präsenz in der Überlieferung ausgeht, im Leben frühmittelalterlicher Menschen eine zentrale Rolle ein. Aber warum wurden Kriege geführt? Die Veranstaltung fragt anhand ausgewählter Textzeugnisse aus der Zeit zwischen 500 und 900 nach den Akteuren, ihren Motiven und den Auswirkungen ihres Gewalthandelns. Es soll weiter gefragt werden, wie Zeitgenossen dem Phänomen Krieg gegenüberstanden. Hielt man Krieg für unausweichlich, für eine heroische Pflicht oder für ein überwindbares Übel? War Krieg ein Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele? Zudem sollen im Verlaufe der Veranstaltung methodische Ansätze der modernen Gewaltforschung thematisiert werden.

Literaturempfehlungen

Jean-Pierre Bodmer: Der Krieger der Merowingerzeit und seine Welt. Eine Studie über Kriegertum als Form menschlicher Existenz im Frühmittelalter, Zürich 1957.

Guy Halsall: Warfare and Society in the Barbarian West, 450-900, London/New York2003.

Walter Pohl: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration, Stuttgart u.a. 2002 (2., erweiterte Auflage 2005).

Tutorial zur Vorlesung; Angaben s. dort